ICH & mein Angst

Mein Name ist Beatrice Kraus.
Als geborene Wienerin lebe ich seit elf Jahren in Salzburg.
Ich hatte niemals vor, so lange in Salzburg zu bleiben, aber irgendetwas hat mich immer wieder davon abgehalten, weiterzuziehen.
Ich habe das große Glück, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben.
Mein Kindheitstraum war, Balletttänzerin zu sein; leider haben mir meine Skoliose und chronische Schmerzen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zwischen damals und heute gab es viele rohe, wilde & auch traurige Tänze.
Und jetzt - jetzt leite ich Workshops, ich begleite Menschen dabei, sich in ihrem Körper mehr zuhause zu fühlen; es ist ein Erinnern - ein Erinnern daran, dass wir nur diesen einen Körper haben.
Ich gestalte Musikreisen, die einladen, zu bewegen - zu bewegen, was uns bewegt.
Die Tanzfläche dient dabei als Erkundungszone, um das Innere nach Außen zu tanzen, die Geheimnisse, Zartheit und Wildheit zwischen Kopf & Füßen zu erforschen.
Beim Tanzen können wir den Schmerz, für den wir keine Worte finden, in Kunst verwandeln, unserer Wahrheit begegnen und erforschen, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der vieles sehr düster war.
Schlussendlich war es das Tanzen, das mich wieder in meine Präsenz gerückt hat - in  meine Wirbelsäule, meine Handgelenke meinen Nacken.
Trotz all dem, oder genau deswegen, begleitet mich vor jeden Workshop eine große Angst.
Ich könnte nicht sagen, dass meine Angst in den letzten elf Jahren kleiner geworden ist, aber sie ist anders geworden.
Die Angst hat mich oft so eingenommen - bis in die tiefste Faser -, aber trotzdem, oder vielleicht deswegen, hat mich genau diese Angst stets angetrieben; sie hat etwas in mir entfacht.
Es hat etliche Jahre gedauert, bis ich diese Angst als transformierend wahrnehmen konnte. Früher hat sie mich einfach nur erstarren lassen, sie hat mich unnahbar gemacht, oder ich dachte, sie sei Teil meiner Identität und ich würde nie wieder rauskommen. Es schnürte mich ein und ich vergaß zu atmen.
Jetzt  erinnert mich diese Furcht vor jedem Workshop  daran, noch besser meine Fußsohlen am Boden zu spüren, tiefere Atemzüge zu nehmen.
Ich dachte immer, dass Angst ein Teil meiner Persönlichkeit ist.

Was mir half, hier durchzukommen, war anzunehmen, dass die Angst ein ständiger Begleiter von mir ist, eine Erinnerung, ein Erwachen. Ihre Botschaft ist nicht, dass etwas an mir falsch ist, sondern sie ruft mich dazu auf, noch mehr an mich zu glauben, und meiner Passion, meinen Talenten zu folgen.
Meine Sorgen waren eine Cocktail aus schlechten und negativen Gedanken.
Ich hatte Furcht, nicht zu genügen, zu laut, zu wild, zu wenig fassbar zu sein.
Ich lernte mit meiner Angst besser umzugehen, mir selbst eine „bessere“ Freundin zu sein, Mitgefühl mit mir zu haben, die Angst an die Hand zu nehmen.

Jetzt ist die Angst mein Begleiter, und ab dem Moment, in dem die Musik zu spielen beginnt, und ich sehe, wie sich die Menschen zu ihr bewegen und gemeinsam etwas gestalten, ist all meine Aufmerksamkeit bei den Tänzer*innen.
Dann gibt es keinen Platz mehr für die Angst. Es ist wie ein Heimkommen, ein Ankommen;  die Angst verschwindet, sie löst sich auf, und ich gehe in meiner Passion auf.

Bevor ich nach  Salzburg gezogen bin, war ich  in der Verlagsbranche im Marketing tätig, hatte keine Freunde und kein geregeltes Einkommen. Salzburg hat mir immer wieder die Stirn geboten, hat mich herausgefordert.
Die Angst, nicht willkommen zu sein, hat mich angetrieben. Letztendlich waren es die wenigen engen Freundschaften, die ich hier geknüpft habe - wundervolle Menschen mit außergewöhnlichen Lebensläufen.
Ich bin angekommen, in meiner Passion, habe eine Hand voll guter Freundinnen & einen Beruf, der mich erfüllt.

Ja, ich fühle mich zuhause.



Wenn Dein Herz für den Takt schlägt....
Wenn die Musik jede Zelle Deines  Köpers durchdringt, dann kannst Du nicht mehr still bleiben - für einen Moment, nur für einen winzigen Moment bist Du eins mit der Musik.Und dieser einzige Moment reicht aus, um Dir ein einzigartiges Gefühl von Freiheit, Freude, Wahrhaftigkeit und Ganzheit zu schenkenIin diesem Moment kannst Du Dein Inneres nach außen tanzen.  Nichts planen, nichts müssen, einfach Du selbst sein. In völliger Hingabe sein.

Der Tanzboden
Ein Ort, Gepäck loszulassen und die Verantwortung für unser tägliches Leben zu übernehmen. Ein Ort, an dem wir verwundbar sind und unsere Masken vor der Tür lassen. Ein Ort wo Emotionen verkörpert werden. Ein Ort wo es Ausdruck für tiefen Schmerz gibt. Ein Ort wo man ausdrückt was bewegt - für vieles gibt es keine Worte. Ich spiele Musik über alle Stile, um unseren Geist zu verführen, loszulassen, loszulassen, so dass wir entdecken können, welche Geschichten der Körper erzählen muss, die Schultern, die Knie, die Achselhöhle, der Nacken, die Wirbelsäule. Wir lernen, die Magie dieses einzigartigen Körpers, den wir für dieses Leben haben, wieder zu entdecken.  Es gibt keine Schritte zu lernen und jeder Körpertyp und jede Altersgruppe ist willkommen.